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Interview mit dem Präsidenten der Spanischen Hinweisgeberbehörde: Die Herausforderung des kulturellen Wandels in Organisationen

Interview with Spain’s new whistleblowing authority president Manuel Villoria on Law 2/2023, compliance challenges, and building a speak-up culture.

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Wie Sie das Hinweisgeberschutzgesetz einhalten

Mit der kürzlichen Gründung der Spanischen Hinweisgeberbehörde (Autoridad Independiente de Protección al Informante, AIPI) und dem offiziellen Start ihrer Tätigkeit am 1. September beginnt ein neues Kapitel in der Umsetzung der EU-Whistleblower-Richtlinie und des spanischen Gesetzes 2/2023. Whistlelink hatte die Gelegenheit, mit dem Präsidenten der Behörde, Professor Manuel Villoria, zu sprechen und Einblicke in zentrale Herausforderungen und Prioritäten zu erhalten, mit denen Organisationen bei der Umsetzung dieses wichtigen Rahmens zur Förderung der Integrität konfrontiert sind.

Wie wird die Behörde Unternehmen bei der Umsetzung des neuen Gesetzes unterstützen?

– In der Anfangsphase wird sich die Unterstützung durch die Behörde vor allem auf Schulungen und Informationsangebote konzentrieren. Ziel ist es, eine verlässliche Referenz für klare Orientierungshilfen und Best Practices zu werden – um Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu helfen und eine stärkere Kultur des Hinweisgeberschutzes zu fördern.

– Wir möchten Unternehmen mit pädagogischen Werkzeugen unterstützen, die ihnen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen und sichere, transparente Umgebungen zu schaffen. Diese Aufklärungsarbeit ist besonders wichtig, da viele Organisationen noch nicht ausreichend über ihre Pflichten nach dem neuen Gesetz informiert sind.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, mit denen spanische Organisationen bei der Einführung wirksamer Hinweisgebersysteme konfrontiert sind?

– Die Einhaltung des Gesetzes bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich. Für viele Organisationen sind jedoch vor allem technologische und finanzielle Hürden akut. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sowie lokale Verwaltungen verfügen oft nicht über die nötigen Systeme oder Ressourcen, um sichere und effektive Meldestellen einzurichten.

– Neben diesen technischen Aspekten bestehen jedoch tief verwurzelte kulturelle Barrieren, die mindestens ebenso schwer wiegen. Angst vor Veränderung, interne Widerstände und Unsicherheit im Umgang mit Hinweisen erschweren die echte Umsetzung. Hinzu kommt die Notwendigkeit, historisch gewachsene Stigmata abzubauen, die Whistleblowing mit Illoyalität gleichsetzen – ein Irrglaube, der sowohl der Organisation als auch der meldenden Person schadet.

– Diese Herausforderungen lassen sich nicht allein durch rechtliche Maßnahmen lösen. Es braucht einen umfassenden kulturellen Wandel. Angst darf niemals ein Hindernis sein, wenn es darum geht, ethische Standards im Unternehmen zu erhöhen.

Welchen Rat würden Sie Compliance-Verantwortlichen und Führungskräften geben, die ihr Unternehmen gesetzeskonform aufstellen möchten?

– Eine zentrale Botschaft ist: Compliance-Beauftragte müssen geschützt werden, denn sie sind das Rückgrat des Hinweisgebersystems. Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass Hinweise korrekt und unparteiisch bearbeitet werden. Dafür brauchen sie institutionelle Unterstützung, Unabhängigkeit in ihrer Funktion und ein Umfeld, das ihnen rechtliche und persönliche Sicherheit bietet.

– Die Spanische Hinweisgeberbehörde (AIPI) wird sich dafür einsetzen, dass auch Compliance-Verantwortliche, die externe Kanäle betreuen, denselben Schutz genießen wie Hinweisgeber.

– Ebenso wichtig ist es, dass Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen und eine Kultur der Integrität verankern. Es geht nicht nur darum, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen – sondern darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Integrität zur Selbstverständlichkeit wird.

– Klar ist aber auch: Compliance ist keine Option. Das spanische Gesetz 2/2023 sieht Geldstrafen von bis zu einer Million Euro für Unternehmen vor, die keine geeigneten Maßnahmen umsetzen. Das unterstreicht, wie wichtig Weitblick und Engagement in diesem Bereich sind.

Und welche Botschaft möchten Sie Mitarbeitenden mitgeben, die zögern, interne oder externe Meldestellen zu nutzen?

– Eine der größten institutionellen Herausforderungen der Behörde wird es sein, Vertrauen bei Bürgern und Beschäftigten aufzubauen. In diesem Zusammenhang sind Transparenz, Schulung und Vorbildfunktion – sowohl bei öffentlichen Institutionen als auch in der Privatwirtschaft – entscheidende Werkzeuge, um das Melden ohne Angst zu fördern. Zudem soll vermittelt werden, dass die gesetzlichen Schutzmechanismen greifen, wenn Mitarbeitende ihre Rechte über die bestehenden Kanäle wahrnehmen.

– In jedem Fall ist anonymes Melden möglich, und ich ermutige ausdrücklich dazu, diese Möglichkeit zu nutzen, um das Risiko von Repressalien zu minimieren.


Dieses Interview wurde im August 2025 geführt, während sich die Spanische Hinweisgeberbehörde auf den offiziellen Start ihrer Tätigkeit vorbereitete. Maria Bobóc, Territory Managerin bei Whistlelink, sprach mit Professor Manuel Villoria, Präsident der Behörde, über den Weg zu einem wirksamen Hinweisgeberschutz in Spanien.

Wenn Sie Fragen zu diesem Artikel haben oder mehr über Whistlelink erfahren möchten, würden wir uns freuen, von Ihnen zu hören.

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